Stop beeing stupid!

Da fährt man nichtsahnend an einem Montagmorgen zum Supermarkt und dann absoluter Kontrollverlust aller Beteiligten. Ich hätte es mir auch denken können, so einen Tag vor einem Feiertag. EIN Feiertag.

Ich bin ein leidenschaftlicher ‚Ich geh dann einkaufen wenn alle arbeiten sind‘- Shopper, war schon im Schichtdienst so (einer der wenigen Vorteile) und auch jetzt.
Alleine durch leere Regalreihen schlendern, entspannt mit dem Einkaufswagen einen Tango zwischen Schinkenwurst und Schnittkäse darzubieten und dabei möglichst keinem anderen begegnen, shopping deluxe.
Ich hatte das auch durchaus im Kopf dass morgen Feiertag ist, richtig bewusst wurde mir es aber erst auf dem komplett vollem Parkplatz vor der Einkaufsstätte. Als ich also mit unserem Autoschiff in den letzten vorhandenen Parkplatz zirkelte, ich den Unmut aller Spanier hinter mir im Autokorso auf mich zog und den Schlüssel aus dem Zündschloss zog, erfasste mich die komplette Tragweite des bis dato noch nicht vollkommen realisiertem Weltuntergangs. Nachfolgend im Einkaufsort selbst: Fliegende Chipstüten und explodierende Colaflaschen, selbst Emmerich könnte kein besseres Drehbuch schreiben.

feiertag

Kurze Rede, genau so wenig Sinn:
So kann ich leider nicht einkaufen. No way.
Könnten mal alle aufhören so bescheuert zu agieren
Dinge die ich bis zum Sankt NimmerleinsFEIERtag nie verstehen werde.

Also Weihnachten weiss ich schon wie ich das handhabe:
ich fahre einfach schon Anfang Dezember.
Oder schicke andere Personen los oder nehme Bodyguards mit.

Aber das ganze Chaos hat auch Vorteile:
somit kocht morgen nämlich einfach jemand anders für uns. #Pizzafüralle
Immerhin gab es ein Erfolgserlebnis des Tages, nein nicht die 10 Dosen Bier, sondern der Besuch in der lokalen Post und der erfolgreiche, spanische Erwerb einer Briefmarke für einen DIN A 4 Umschlag. Wohin? Natürlich nach Deutschland ans Finanzamt.
Ach und am Wochenende hatten wir einen ganz und gar wunderhübschen Abend mit tollen Menschen und bester Currywurstvöllerei. Zwischen Gesprächen über Gott und die Welt kam auch irgendwann das Thema Vorurteile auf.
Wie geht man selbst damit um und wie weit beeinflusst einen das?
Just an dem Tag bekam ich weit vorher schon -ganz unabhängig, auch vom am Abend noch folgendem Gespräch- eine Nachricht und ich will dazu gar nicht gross ins Detail gehen, aber sollte man nahestehenden Menschen Dinge bezüglich vorherrschender Diskrepanz Voreingenommenheit Irritation mitteilen oder es lieber lassen? Also im Sinne von: ich weiss nicht ob das gut geht. Aber vielleicht auch nur, weil die Person im Moment in einer nicht allzu leichten Lage ist und man schützen will? Weil man denkt es sei gerade nicht passend, also in dieser Zeitphase? Und weil man denkt dass das Gegenüber vielleicht Dinge damit anzieht, die jetzt nicht gut oder von Vorteil wären. Am Ende liegt es wohl einfach an einem selbst und es geht es einen gar nichts an bzw ist nicht relevant. Aber ich hab die letzten 2 Tage darüber nachgedacht und musste es kurz einfach tippen, deshalb.

Letzten Endes sind wir alle halt erwachsen.

Ausser im Supermarkt vor Feiertagen.

Deutschland deine Jünger.

Deutschland gewinnt also gegen Italien.
Ich hätte es mir tatsächlich anders gewünscht.
Versteht mich nicht falsch, ich -selber gerne ins Stadion gehender Mensch-
gönne es der deutschen Mannschaft, gewünscht hätte ich mir es aber anders.
Und das liegt nicht an Deutschland sondern an:
Wer sich nicht benehmen kann ist und bleibt scheisse,
egal welchem Verein oder Nationalität er angehört.

Die Reeperbahn als Konglomerat des deutschen Partypatriotismus,
Fussball bestehend aus Menschen die es sehen wollen
oder aber den Anlass als Grund zum Saufen nutzen
und sich komplett daneben benehmen:
Hosen runter lassen, in die Ecke Pissen,
aber hey egal, Hauptsache der Deutschlandschal sitzt
und ‚wir‘ sind der Sieger.

Kurz nach dem Elfmeter draussen: Sieg heil! Rufe.

Dinge die im Jahr 2016 keiner hören will.